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Die Atemwegserkrankungen erkennen

In Belgien haben viele Menschen mit Atemwegserkrankungen zu kämpfen. Etwa 7 % der Bevölkerung leidet an Asthma und mehr als 600 000 Belgier leben mit einer chronischen obstruktiven Bronchopneumopathie, einer Krankheit, die eine starke Behinderung verursacht und nach der WHO an vierter Stelle der Todesursachen weltweit steht. Überdies sind heute 50 bis 85 % der Fälle nicht einmal diagnostiziert. Dabei gibt es ein einfaches Früherkennungsmittel: die Spirometrie.

Die Spirometrie ist eine Untersuchung zur Messung der Lungenfunktion und -kapazität. Richtig angewandt lässt sich mit Hilfe dieser Technik eine Atemwegserkrankung frühzeitig erkennen. Entdeckt werden dabei die obstruktiven, d.h. verstopfenden, Lungenkrankheiten, wie die Bronchopneumopathie oder COPD, eine Krankheit, die laut WHO an vierter Stelle der Todesursachen weltweit steht. Diese Krankheit, die sich unter anderem in Husten und Atemnot zeigt, besteht aus einer langsamen und fortschreitenden Verengung der Atemwege. Die chronische Bronchitis zeigt sich in einer chronischen Entzündung der Atemwege, die sich im Allgemeinen in der Anfangsphase der COPD zeigt. Das Lungenemphysem hingegen ist eine fortschreitende Erkrankung der Lungenbläschen und ihrer Wände. Diese führt dazu, dass die Lungen ihre Elastizität verlieren und die Luft zum Teil zurückhalten. Menschen, die unter COPD leiden, haben oft beides: chronische Bronchitis und Emphysem.
Die COPD taucht selten vor dem 45. Lebensjahr auf und ist im Allgemeinen die Folge eines langfristigen Nikotinmissbrauchs. Allerdings handelt es sich um eine sehr ernsthafte Erkrankung, die eine starke Behinderung hervorruft und zu einer unumkehrbaren Verstopfung der Atemwege führt. Zum Ende hin kann diese Krankheit dazu führen, dass die Betroffenen ihren täglichen Beschäftigungen nicht mehr nachgehen können. Um die Chancen einer Verzögerung oder Vermeidung dieser Entwicklung zu erhöhen, sollten die Diagnose und die entsprechende Behandlung so schnell wie möglich eingeleitet werden.

Mit Hilfe der Spirometrie lässt sich auch eine andere obstruktive Lungenkrankheit diagnostizieren: Asthma. Patienten, die unter dieser entzündlichen chronischen Krankheit leiden, haben immer wieder mit Verengungen der Atemwege zu kämpfen, die zu Atemnot und Pfeifen führt. Bei Asthma ist die Verengung der Atemwege unterschiedlich und umkehrbar. Auch wenn sie in der Regel sehr früh auftritt, kann Asthma in jedem Alter entstehen.

Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Spirometrie durchaus für die Weiterbehandlung der diagnostizierten Krankheit dient.

Verfahren

Für diese einfache, schnelle und völlig schmerzfreie Untersuchung verwendet der Lungenfacharzt ein Spirometer, das die Veränderungen des Atemvolumens und des Luftvolumenstroms messen. Innerhalb weniger Minuten fördert der Spirometer eine ganze Reihe von Atmungskonstanten zutage und ermöglicht eine Aufzeichnung des Luftstromes, den Sie durch Ihre Atmung erzeugen, sowie des maximalen Luftausstoßes.   

Die Untersuchung wird im Sitzen durchgeführt. Der Patient bläst in ein Mundstück an einem Schlauch, der mit dem Gerät, d.h. dem Spirometer, verbunden ist. Damit keine Luft entweichen kann, wird eine Klammer auf die Nase gesetzt. Sie atmen ganz normal in das Mundstück aus. Auf ein Zeichen hin, müssen Sie möglichst tief einatmen und die Lungen zu schnell und so vollständig wie möglich leeren. Diesen Vorgang müssen Sie mehrmals wiederholen.
Möglicherweise wird der Arzt Sie ein gefäßerweiterndes Medikament über einen Zerstäuber einatmen lassen, damit er feststellen kann, ob sich an der Obstruktion noch etwas ändern lässt und ob es sich um COPD oder um Asthma handelt.

Während der Untersuchung hält der Spirometer die Ergebnisse auf einem Spirogramm fest. Das ist eine grafische Darstellung der Atmungsstärke. Die Angaben und die Ergebnisse des Tests werden bearbeitet und gespeichert. Auf diese Weise hat der Arzt die Möglichkeit, sie mit der durchschnittlichen Lungenfunktion einer Person der gleichen Rasse, Größe, des gleichen Gewichts und Alters zu vergleichen und seine Diagnose zu stellen.

Zielpublikum

Angesichts der Verbreitung der obstruktiven Lungenkrankheiten und der schlechten Kenntnis der Symptome sollten Erwachsene und Kinder, die mit Atemproblemen zu kämpfen haben, sich untersuchen lassen.
Um zu erfahren, ob Sie zu der Gruppe gehören, denen eine Spirometer-Untersuchung zu empfehlen wäre, antworten Sie ganz einfach auf die nun folgenden (1) Fragen. Wenn Sie mindestens drei Mal mit Ja antworten, sollten Sie die Untersuchung durchführen lassen.

  • Husten Sie regelmäßig?  
  • Haben Sie regelmäßig Auswurf?
  • Hören Sie manchmal ein Pfeifgeräusch beim Atmen?
  • Sind Sie schneller außer Atem als die meisten Menschen Ihres Alters?
  • Sind Sie Raucher oder ehemaliger Raucher?
  • Sind Sie über 40 Jahre alt?    

Florence Coutellier, 18. März 2004

(1) Diese Fragen wurden von der Belgischen Pneumologischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit FARES erstellt. www.spirometrie.be 


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