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Blutanalyse

Die Blutanalyse ist eine Basisuntersuchung, die dem verordnenden Arzt wichtige zusätzliche Informationen zu Ihrem Gesundheitszustand liefert.

Das Blut besteht aus 55 % Flüssigkeit (Plasma) und 45 % Zellen, die aus drei Gruppen bestehen: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Die roten Blutkörper spielen eine wichtige Rolle beim Transport von Sauerstoff. Die weißen Blutkörper schützen den Organismus gegen Fremdkörper und Mikroben (Viren, Bakterien) und die Bluttplättchen spielen eine wesentliche Rolle bei der Blutgerinnung (Koagulation). Das Plasma entsorgt und transportiert eine ganze Reihe von Stoffen: Nährstoffe, Abfälle, Hormone… Das Blut hat also wichtige Aufgaben, … von daher der Nutzen einer Analyse.

Worin besteht die Blutanalyse?

Um das Blut analysieren zu können, muss es zunächst entnommen werden. Was geht einfacherer und schneller als eine Blutabnahme? Sie begeben sich nüchtern oder nicht (je nachdem, was der Arzt angeordnet hat) zu eine Labor für Blutanalysen. Eine Krankenpflegerin nimmt Ihnen einige Zentiliter Blut ab, nach einem genau vorgeschriebenen Verfahren: zunächst wird der Arm mit einem Gurt abgebunden (damit das Blut sich in den Adern staut), die Nadel wird in eine Vene des Unterarms oder der Ellbogenkehle eingeführt, nachdem diese Stelle vorschriftsmäßig desinfiziert wurde. Dann läuft das Blut in kleine Röhrchen, deren Anzahl vom Umfang der vom Arzt gewünschten Untersuchungen abhängt. Die Reagenzgläschen werden direkt mit einem Etikett auf Ihren Namen ver. Nach der Blutabnahme werden Sie gebeten, einige Minuten lang mit einer Kompresse auf den Einstich zu drücken. Die Blutung wird auf diese Weise rasch gestoppt.
Wenn Ihre Venen verletzt oder sehr oft in Anspruch genommen werden, kommt eher ein Katheter als eine Nadel für die Blutabnahme zum Einsatz. Für Säuglinge gibt es geeignetes Material (Minikatheter), um die Blutabnahme zu erleichtern. Aber erkundigen Sie sich vorher bei dem Labor in Ihrer Nähe, um zu erfahren, ob es für die Blutabnahme bei Säuglingen ausgerüstet ist.

Was geschieht bei der Blutanalyse?

Die meisten Blutanalysten werden in medizinisch-biologischen Labors durchgeführt. Wenn es sich jedoch um besondere Untersuchungen handelt, werden die Blutproben an eine spezialisierte Einrichtung geschickt, im allgemeinen ein Krankenhaus. Die Qualitätsprüfungen sind heute sehr streng. Viele Untersuchungen werden inzwischen mit Hilfe perfektionierter Geräte durchgeführt, die praktisch automatisch arbeiten. Die Ergebnisse liegen innerhalb kürzester Frist vor und die Fehlerquote ist gering.

Wozu dient eine Blutanalyse?

Entgegen der landläufigen Meinung besteht keine vollständige Untersuchung des Blutes. Das hat im Übrigen auch keinen Sinn, denn die Zahl und die Art der Tests sind unterschiedlich, je nachdem, wonach der Arzt sucht. Es gibt drei Möglichkeiten:

  • der Arzt hat eine sorgfältige klinische Untersuchung durchgeführt, benötigt aber noch zusätzliche Informationen für die Diagnose. Er kann dann eine Blutanalyse zur „Abklärung“ veranlassen. Dabei werden in der Regel einige Basisuntersuchungen durchgeführt, die nützliche Auskünfte über die wichtigen Körperfunktionen liefern (im Allgemeinen Verhältnis zwischen roten und weißen Blutkörperchen und –plättchen,
  • oder die Blutabnahme dient der Erhärtung einer bereits gestellten Diagnose, indem versucht wird, die Störungen der betroffenen inneren Systeme genau abzugrenzen;
  • oder die Blutabnahme wird verordnet, um den Verlauf bestimmter chronischer Krankheiten wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder Hepatitis zu überwachen. Es werden dann lediglich die spezifischen Tests für das vorliegende Problem durchgeführt.      

Das vom Labor übermittelte Protokoll enthält neben den ermittelten Werten auch die „Normalwerte“, die dem jeweils eingesetzten Verfahren entsprechen. Auf diese muss man sich beziehen, um das Ergebnis der Analyse zu verstehen. Je nach angewandtem Verfahren, nach der Bevölkerungsgruppe, die als Bezug gilt oder nach der „Normvorstellung“ können die Werte von einem Labor zum anderen variieren. Die Ergebnisse sind also immer mit Vorsicht zu genießen. Sie müssen relativiert werden: Bevor therapeutische Schlusse gezogen werden, sind die Blutwerte mit der allgemeinen klinischen Untersuchung und dem Gesundheitszustand des Patienten abzugleichen. Hierfür ist der Arzt zuständig, genauso wie für die Auslegung der Blutanalyse. Wenn das Labor Ihnen also die Ergebnisse persönlich zustellt, ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse und geraten Sie nicht in Panik: Sprechen Sie zunächst einfach mit Ihrem Arzt, der Ihnen die Ergebnisse erklären wird.

Florence Coutellier, 15. November 2001


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