Harnanalyse
Mittels Harnanalyse lässt sich feststellen, ob zu viele mineralische oder andere Spurenelemente aus dem menschlichen Körper ausgeschieden werden. Sie gibt auch Aufschluss über bestimmte Krankheiten oder gesundheitliche Probleme und ist demnach ein unverzichtbares Diagnoseverfahren.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Nieren zählt das Filtern und „Reinigen“ des Blutes. Abfallstoffe werden über die Harnbildung gesammelt und ausgeschieden. Der Harn befördert also überschüssige Mineralien wie Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chloride, Phosphate, Sulfate, überschüssige organische Elemente wie Harnstoffe, Harnsäure, Aminosäuren, Enzyme, Hormone, Vitamine.
Die chemische Analyse des Urins kann dazu dienen die Albumine (wichtige Bluteiweißkörper) zu entdecken. Normalerweise dürfen diese nicht von den Nieren ausgefiltert werden und dürfen sich nicht in den Ausscheidungen befinden. Was bedeutet also dieses Eiweiß im Urin? Es kann ein Zeichen für Störungen der Nierenfunktion wegen einer Entzündung oder wegen Bluthochdrucks sein. (1)
Die chemische Analyse erlaubt auch die Feststellung ungewöhnlicher Blutspuren – selbst in unendlich geringer Menge – im Urin, häufig Anzeichen von Entzündungen oder Verletzungen der Niere oder der Harnwege. Und schließlich erlaubt diese Analyse die Prüfung des Zuckergehalts im Harn. Der Harnzuckergehalt ist häufig ein Zeichen von Diabetes.
Außer chemisch kann der Harn auch mikroskopisch untersucht werden. Hierbei werden die vorhandenen Zellen (rote oder weiße Blutkörperchen), aber auch die verschiedenen Kristallformen, wie Kalziumsalze oder Harnsäure festgestellt.
Der Laborarzt kann auch noch eine bakteriologische Untersuchung des Urins durchführen. Auf diese Weise lassen sich zahlreiche Mikroorganismen wie Bakterien feststellen.
Wie wird die Harnprobe abgenommen?
Die Entnahme muss auf jeden Fall sorgfältig erfolgen. Zu diesem Zweck müssen Sie sich ein Fläschchen oder, falls das nicht möglich ist, ein sauberes, mit klarem Wassere ausgewaschenes und trockenes Gefäß besorgen. Die Phiole darf weder Antiseptika noch Dezinfizierungsmittel enthalten. Es dürfen auch keine Spuren von Konservierungsstoffen vorhanden sein und das Gefäß muss sich hermetisch abschließen lassen. Wenn der Arzt eine Entzündung vermutet und die Untersuchung deshalb angeordnet hat, muss der Behälter sogar steril sein.
Für jede Analyse muss die Probe unmittelbar nach dem Aufstehen am Morgen entnommen werden, und bevor gleich welches Medikament gegen Entzündungen genommen wird. Lassen Sie zunächst etwas Harn ablaufen und füllen Sie dann erst die Flasche ohne den Harnfluss zu unterbrechen. Den ersten Strahl lassen Sie also in die Toilette fließen, damit Sie nur die Harnflüssigkeit auffangen, deren Zusammensetzung dem Inhalt der Blase entspricht. Auf diese Weise werden zunächst alle Restbestände der Harnwege vorher ausgespült.
Für einige Tests, insbesondere für die Ermittlung des Kreatiningehalts (Stoff, der beim Abbau von Kreatinin, einem Muskelbestandteil, entsteht), der auf eine Niereninsuffizienz hinweisen kann, kommt es vor, dass der Arzt Sie bittet, die Harnflüssigkeit über 24 Stunden zu sammeln. Dann müssen Sie die gesamte Harnflüssigkeit eines ganzen Tages, der Nacht und des Morgens, beim Aufwachen, sammeln. Die Flüssigkeit kann 24 Stunden bei 4° C (also im Kühlschrank) aufbewahrt werden. (Der Behälter muss mit Alufolie zugedeckt werden oder in einem verschließbaren, lichtundurchlässigen Behälter aufbewahrt werden). In den meisten Fällen sollte die Analyse jedoch möglichst rasch nach der Entnahme durchgeführt werden.
Wie wird die Analyse durchgeführt?
Die Harnstreifentests werden auch für die Ermittlung einer Schwangerschaft eingesetzt. Die Streifen sind ohne Verordnung in der Apotheke erhältlich und bieten eine 99-prozentige Sicherheit, wenn sie genau nach Vorschrift durchgeführt werden.
Florence Coutellier, 6. März 2003 (1) Das Vorhandensein von Einweiß im Urin ist nicht immer ein Hinweis auf ein Gesundheitsproblem. Auch nach einer intensiven sportlichen Tätigkeit kann der Eiweißgehalt steigen.
Beim Schwangerschaftstest wird das humane Choriongonadotropin (Beta-hCG) ermittelt, das ausgeschieden wird, wenn das befruchtete Ei sich in der Plazenta eingenistet hat, etwa 8 Tage nach der Befruchtung.
Die mikroskopische oder bakteriologische Untersuchung des Urins wird jedoch nach einem anderen Verfahren durchgeführt. Hierbei wird der Urinsatz untersucht, das heißt die Sedimentierung des gesammelten Harns, der kalt aufbewahrt und dann geschleudert wird.
