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Die Kaiserschnittgeburt

Die Zahl der Kaiserschnittgeburten nimmt in unserem Land immer mehr zu (fast eine auf fünf Geburten). Diese Entwicklung wirft Fragen auf, denn nicht nur medizinische, sondern auch persönliche und berufliche Gründe sind hierfür verantwortlich. Der Kaiserschnitt ist jedoch alles andere als ein harmloser Eingriff (1).

Es ist klar, dass der Kaiserschnitt bei Komplikationen Mutter und Kind das Leben retten kann. Aber viele Menschen vergessen allzu schnell, dass der Kaiserschnitt alles andere als ein harmloser chirurgischer Eingriff ist. So sollte er nicht dazu dienen, uns „das Leben zu erleichtern“ indem wir darüber entscheiden, wann das Baby zur Welt kommt… Selbst wenn in Belgien der Kaiserschnitt noch nicht völlig grundlos, wie in einigen privaten Kliniken in Südamerika durchgeführt wird, wo praktisch keine natürliche Geburt mehr praktiziert wird und die Eltern spontan danach fragen müssen. Hier zeigt sich, dass die Schwere des Eingriffs völlig vernachlässigt wird.

Medizinische Indikation

Theoretisch ist der Kaiserschnitt eine Alternative für den Fall, dass die normale Geburt das Leben des Kindes oder der Mutter gefährdet. Zu den Gründen für einen Kaiserschnitt zählen:

  • ein zu enges Becken der Mutter,
  • ein zu großes Baby,
  • die Steiß-, Seiten- oder Gesichtslage des Babys,
  • die Frühgeburt, wenn das Baby so klein ist, dass es möglicherweise die Geburt nicht überleben würde,
  • eine unzureichende Dehnung des Gebärmutterhalses, während die Wehen bereits im letzten Stadium sind,
  • das Vorhandensein eines Fibroms, einer Eierstockzyste oder einer Placenta praevia, die das Baby bei der Geburt behindern würden,
  • eine Mehrlingsgeburt (wenn mehr als ein Baby kommt);
  • das Risiko, dass das Baby bei einer normalen Geburt zu sehr leiden muss,
  • eine zu große Ermüdung der Mutter für eine reibungslose Geburt,
  • eine Blutung bei der Mutter,
  • Genitalherpes bei der Mutter, sodass Ansteckungsgefahr für das Neugeborene besteht;
  • wenn die Mutter unter Diabetes, Bluthochdruck oder Herzproblemen leidet.  

In diesen Fällen kann der Arzt entscheiden, einen Kaiserschnitt durchzuführen. In fünf von zehn Fällen liegt ein bekannter Risikofaktor vor und die Mutter erhält vom Arzt einen Termin für die Entbindung. In den anderen Fällen tritt bei einer normalen Geburt eine unvorhergesehene Entwicklung auf, die einen chirurgischen Eingriff erforderlich macht.

Das Für und Wider abwägen

In den von den Verfechtern des Kaiserschnitts vorgebrachten Studien heißt es, dass einige Komplikationen wie Harninkontinenz bei Kaiserschnitt weniger häufig sind. Die Gegner wiederum stützen sich auf andere Untersuchungen, aus denen hervorgeht, dass bei Kaiserschnitt die Krankheits- und Sterblichkeitsrate der Mütter höher liegt. Darüber hinaus litten mehr Kaiserschnittkinder unter Asthma und Atembeschwerden, Infektionsanfälligkeit, Lungenembolie, Narkoseunfällen oder Blutungen. In beiden Fällen sind die Argumente umstritten.

Werdende Mütter müssen gut über die von ihrem Arzt bevorzugte Entbindungsmethode informiert werden und sollten nicht zögern, alle Fragen zu stellen, vor allem zu den postoperativen Auswirkungen.

Und Frauen, die durch Kaiserschnitt entbunden haben, sollten beruhigt sein: wenn der Kaiserschnitt bei einer ungewöhnlichen Entwicklung des Geburtsvorgangs angeordnet wird (nicht aus physiologischen Gründen), dann steht bei einer Zweitgeburt der natürlichen Entbindung nichts im Wege. Das sollte ruhig weitergesagt werden!

Carine Maillard, 1. Juni 2006

(1)
Siehe Bericht der IMA (gemeinsame Agentur der Krankenkassen) auf der Website www.cin-aim.be


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