Die Polysomnographie
Sie schnarchen übermäßig und glauben auch, unter Schlafapnoe zu leiden. Sie leiden unter Schlaflosigkeit? Ihr Arzt oder Ihr Pneumologe wird Ihnen dann mit Sicherheit vorschlagen, eine wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen, die Polysomnographie.
Die Polysomnographie ist eine Diagnose, die gewöhnlich im Krankenhaus in einer Schlafforschungsabteilung durchgeführt wird. Während dieser Untersuchung werden Schlaf und mehrere körperliche Funktionen überwacht, wie Atmung, Muskeltätigkeit, Herztätigkeit usw. Es handelt sich um eine besonders nützliche Untersuchung für die Überwachung verschiedener Störungen, die während des Schlafes auftreten können. Mit Hilfe der Polysomnographie lassen sich zahlreiche Daten sammeln, die ein vollständiges Bild des Schlafs liefern, wie Schlaflosigkeit, Hypersomnie, Schlafkrankheit usw. (1).
Mit Hilfe der Polysomnographie lassen sich auch verschiedene Probleme oder Krankheiten in Zusammenhang mit dem Schlaf oder während des Schlafs, wie tiefes Schnarchen oder Atemstillstand (Schlafapnoe), die eine Senkung des Sauerstoffgehalts im Blut verursachen und zu Müdigkeit und Schlaffheit den ganzen Tag über führen.
Diese Untersuchung kann auch für mehrere andere Erscheinungen Anhaltspunkte (2) liefern, wie nächtliche epileptische Anfälle, unwillkürliche Bewegungen der Beine im Schlaf oder Angina Pectoris bzw. nächtliche Asthmaanfälle.
Wie läuft diese Untersuchung ab?
Sie müssen eine Nacht im Krankenhaus in einem besonders eingerichteten Zimmer oder Raum verbringen, um diese Untersuchung durchzuführen. Einige Kliniken werden sogar einen stationären Aufenthalt von 24 Stunden anordnen. Nachdem Sie zu Abend gegessen haben, wird die Krankenpflegerin oder ein Labortechniker Ihnen verschiedene Elektroden anlegen. Das Anbringen dieser Elektroden ist völlig schmerzfrei, allenfalls etwas unangenehm, denn es muss ein Spezialkleber aufgebracht werden, der beim Kontakt ein Gefühl der Kälte erzeugt!
Unter Umständen wird auch ein Mikrophon um den Halsbereich angebracht, um die Atemgeräusche aufzuzeichnen. Ein kleiner Sensor vor dem Naseneingang und dem Mund misst die ein- und ausfließende Luft. Um den Brustkorb und um den Bauch wird jeweils ein Gurt zur Aufzeichnung der Atembewegungen gelegt und an der Fingerkuppe hängt eine kleine Klammer, die dazu dient den Sauerstoffgehalt des Bluts zu messen.
Die Sensoren müssen mit größter Sorgfalt angebracht werden. Wie viele es sind, hängt von den physiologischen Konstanten ab, die gemessen werden sollen. Die Elektroden werden in der Regel an folgenden Stellen angebracht:
In dem Zimmer, in dem Sie schlafen, befindet sich auch eine Infrarotkamera, die mit einem Bildschirm und einem Videogerät im Nebenzimmer verbunden ist. So können Sie im Schlaf beobachtet werden, und es kann eine Videoaufzeichnung Ihres Schlafs gemacht werden. Auf dem Film sind die nächtlichen Bewegungen zu erkennen, die typisch für bestimmte Schlafstörungen sind.
Die gesamte Untersuchung wird von einem Techniker oder einem Arzt überwacht. Das gilt auch für die Aufzeichnung der von den Sensoren erfassten Daten, die nach und nach von einem Computer bearbeitet und nachher von einem Arzt ausgewertet werden, der auch einen Ausdruck anfertigen lassen kann.
Im Laufe der Nach überwacht der Techniker die Qualität des Untersuchungsverlaufs und der Arzt wirft bereits einen Gesamtblick auf die Aufzeichnungen. Angesichts der Fülle der Informationen, die geprüft werden müssen, wird es einige Tage dauern, bis das vollständige Ergebnis vorliegt. Dann müssen Sie zu dem Arzt zurückgehen, der die Untersuchung angeordnet hat, um mit ihm über die Ergebnisse zu reden. Je nach Ergebnis kann dieser Ihnen eine geeignete Therapie vorschlagen.
Diese acht Stunden dauernde Prüfung ist völlig schmerzfrei, jedoch mit einigen Zwängen verbunden. Die Sonden und Kabel können den Schlaf stören. Darüber hinaus ist es dem Patienten nicht möglich, während der Aufzeichnungen das Bett zu verlassen. Allerdings dürfen Sie in der Position schlafen, die Ihnen am bequemsten ist!
Besondere Maßnahmen vor der Untersuchung?
Es ist ratsam, vor der Untersuchung keinerlei Medikamente gegen Schlaflosigkeit oder Angstzustände einzunehmen. Männer sollten sich auch gegen Abend gründlich rasieren, bevor die Elektroden angebracht werden, oder zumindest den Bart stutzen.
Florence Coutellier, 18. September 2003
(1) Störung, die sich durch eine plötzlich tagsüber auftretende Müdigkeit äußert. Die Betroffenen treten direkt in die REM-Phase (paradoxer Schlaf) ein, ohne zunächst in den Tiefschlaf zu versinken. Das Phänomen tritt ohne besondere Müdigkeitsanzeichen mehrere Male pro Tag auf und dauert einige Sekunden… kann aber auch bis zu einer Stunde anhalten.
(2) Die Polysomnographie wird auch in der Pädiatrie eingesetzt. Sie ist hilfreich, wenn es darum geht, beim Neugeborenen bis zum dritten Monat das Kindstodrisiko zu ermitteln.
