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Fieberbläschen

Das Fieberbläschen ist ein harmloser Hautauschlag um die Lippen. Obwohl der Ausschlag meistens von selbst wieder verschwindet, kann er durchaus lästig sein. Die Bläschen sind schmerzhaft und nicht sehr ästhetisch.

Die Fieberbläschen (auch Herpes labialis genannt) erscheinen meistens um die Lippen. Sie können aber auch im Mund, auf dem Kinn, der Nase, den Wangen, der Stirn und sogar an anderen Körperstellen auftreten.

Herpes labialis entsteht durch eine Virusinfektion. Allerdings können auch zahlreiche andere Faktoren ihre Entstehung begünstigen. Allein schon der Name der Krankheit lässt darauf schließen, dass sie mit Fieber zu tun hat. Aber es gibt auch noch andere Auslöser wie Stress, Müdigkeit, Krankheit, Sonne, Kälte, Schminkprodukte, Seife und verschiedene Nahrungsmittel.

Mehrere Phasen

Die Fieberbläschen treten nach und nach in mehreren Phasen auf. Kribbeln, Jucken oder ein brennendes Gefühl um die Lippen sind im Allgemeinen die ersten Vorzeichen. Nach einem oder zwei Tagen erscheint dann ein roter Fleck, der rasch mit kleinen Bläschen übersät wird, die eine gelbliche Flüssigkeit enthalten. Diese jucken und rufen einen brennenden Schmerz hervor. Dann platzen die Bläschen auf und bilden kleine Geschwüre, die austrocknen und allmählich verkrusten. Die Kruste fällt später ab, ohne eine Narbe zu hinterlassen.

Nicht anrühren!

Jedes Fieberbläschen enthält Millionen Viren, die sich über die Schleimhäute oder Hausrisse verbreiten. Wenn die Fieberbläschen aufspringen, ist das Ansteckungsrisiko am größten. Um das Risiko möglichst einzuschränken, wird von einem direkten Hautkontakt abgeraten, bis die Bläschen völlig ausgetrocknet sind. Auch sollte das Fieberbläschen nicht mit den Fingern berührt werden: auf diese Weise vermeiden Sie eine Übertragung auf die Augen oder andere Körperteile.

Wenn Sie ein Fieberbläschen berührt haben, sollten sie sich sogleich die Hände waschen. Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie sich um kleine Kinder kümmern. Und wenn ein Familienmitglied ein Fieberbläschen hat, sollte jeder einen eigenen Waschlappen und eigene Handtücher benutzen. Essen Sie auch nicht mit dem gleichen Besteck und trinken Sie nicht aus dem gleichen Glas.

Es sei darauf hingewiesen, dass eine Ansteckung schon im Kindesalter möglich ist, wenn man seinen Kindern, wie so oft, ein Küsschen gibt. Manchmal kann der erste Kontakt mit dem Virus zu einer allgemeinen Infektion oder Entzündung des Mundbereichs führen (es können richtige offene Wunden entstehen); meistens erfolgt die Übertragung jedoch erst später.

Untersuchungen zufolge sind etwa 90 Prozent der Bevölkerung Träger des Virus, aber nur bei 20 Prozent der Menschen sind die äußeren Anzeichen der Krankheit sichtbar. Bei einigen Menschen erscheinen die Fieberbläschen erst nach einigen Jahren. Andere haben weniger Glück und es kommt schon innerhalb weniger Monate zum Ausbruch der Krankheit. Im Schnitt müssen die betroffenen Personen die Auswirkungen des Virus zwei bis drei Mal jährlich ertragen.

Muss ein Arzt aufgesucht werden?

Für Fieberbläschen ist ein Arztbesuch in der Regel nicht erforderlich. Die Infektion verschwindet meistens nach zehn bis vierzehn Tagen von selbst. Darüber hinaus helfen die Medikamente, über die wir heutzutage verfügen, im Allgemeinen nicht viel. Ein Arztbesuch ist jedoch zu empfehlen, wenn Ihre Widerstandskraft in der letzten Zeit stark geschwächt wurde (zum Beispiel nach einer langen Krankheit). Das Virus kann in diesem Fall Ursache für weitere Komplikationen sein. Wenn die Fieberbläschen im Augenbereich auftreten oder nicht spontan abheilen, sollten Sie auch zum Arzt gehen, denn dies kann ein Anzeichen für eine bakterielle Infektion sein. In diesem Fall ist eine ärztliche Behandlung erforderlich, um Narbenbildung vorzubeugen.

Sinnvolle Prävention

Sie sollten auf jeden Fall die Faktoren kennen, die ein Fieberbläschen auslösen können, denn diese sind von einer zur anderen Person unterschiedlich. Auf diese Weise können Sie die erforderlichen Vorbeugungsmaßnahmen treffen. 

Wenn bei Ihnen zum Beispiel die Fieberbläschen nach einer intensiven Sonnenbestrahlung auftauchen, können Sie ein Lippenbalsam mit einem UV-Filter verwenden. Wenn die Bläschen bei Kälte erscheinen, sorgen Sie dafür, dass die Lippen immer gut eingefettet sind, sobald es friert. Es gibt auch andere Präventivmaßnahmen, um die Lippen zu schützen, aber das ist absolut keine Garantie, dafür, dass die Bläschen nicht wieder auftauchen.

Jeder hat ein eigenes Mittelchen

Beim Kampf gegen Herpes labialis setzen manche Alkohol, Eis oder andere Hausmittelchen ein, deren Wirksamkeit jedoch niemals nachgewiesen werden konnte. Es hilft nichts, Alkohol aufzutragen, um die Bläschen auszutrocknen. Im Gegenteil! Alkohol reizt die Haut und verlangsamt den Heilungsprozess. Um die Flüssigkeit aus den Bläschen zu pressen brauchen Sie nur trockene Watte zu verwenden.

Auch die „Eis-Fraktion“ müssen wir enttäuschen: Eis lindert den Schmerz, aber greift gleichzeitig die Lippenschleimhaut an. Auf keinen Fall beschleunigt Eis den Heilungsprozess. Und schließlich sei noch gesagt, dass der Einsatz von Zahnpasta absoluter Unfug ist.

Medikamente

Es gibt Arzneimittel gegen Viren, die gegen Herpes labialis eingesetzt werden können. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Für Markenarzneien gibt es jeweils ein billigeres Generikum. 

Meistens werden diese Mittel örtlich angewandt, wie Kremen, Salben, Gels oder Lösungen. 

Es gibt auch orale medikamentöse Therapien. Diese werden in ganz besonderen Fällen vom Arzt verschrieben und sind rezeptpflichtig.
Die pflanzlichen Mittel sind nicht nach strengen wissenschaftlichen Kriterien geprüft, und deren Wirkung ist somit nicht nachgewiesen.

Richtig anwenden

Die örtliche Anwendung der Mittel gegen Viren ist erforderlich, wenn Sie spüren, dass ein Fieberbläschen sich ankündigt (Kribbeln, Jucken, Brennreiz). Dieser Vorgang ist fünf Mal täglich mehrere Tage lang zu wiederholen. Aber es sei vor Illusionen gewarnt: Das Ergebnis ist wenig spektakulär und bleibt zuweilen sogar völlig aus. Bestenfalls können diese Behandlungen die Schmerzen verhindern und die Dauer der Krankheit um einen oder zwei Tage verkürzen. Wenn die Bläschen bereits ausgebrochen sind, hat es keinen Zweck mehr, die Mittel anzuwenden. Auch verhindern diese Medikamente niemals einen Rückfall. 

Auch wenn Nebenwirkungen eher selten auftreten, sollten Sie die Packungsbeilage der Medikamente, die Sie verwenden, aufmerksam durchlesen.

Fazit: gegen ein Fieberbläschen wirken weder Medikamente noch die guten alten Hausmittelchen. Am besten sollte man der Krankheit einfach ihren Lauf lassen.

Michael Callens - Artikel, der am 1. Februar 2007 in der Krankenkassenzeitschrift EN MARCHE erschienen ist


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